Prag- Eine Stadt zum Verlieben

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Prag ist eine der wundervollsten Städte, die ich bislang bereisen durfte. Mit „0“ Info startete ich in die Vorbereitungen für einen Besuch in der Tschechischen Republik. Der günstigste Flug war schnell gefunden. Für 66 Euro war das Angebot von Germanwings unschlagbar. Die Entscheidung, nur mit Handgepäck zu reisen ist schnell getroffen. Doch was packt „Frau“ denn in ein 8 kg Tasche? Auf was kann man als Frau tatsächlich verzichten? Die Antwort ist ganz klar, nämlich auf nichts. Das packen der Tasche raubte mir mehr Kräfte, als ein 10 km Lauf. Während mein Freund locker lässig einfach ein paar Sachen einpackte, verlor ich mehr Schweiß, als ein Boxer beim Kampf um den Titel. Doch nach zehnmaligem „rein und raus“ aus dem Rucksack, stand mein Kofferinhalt fest. Ich gebe Euch den Tipp, dass Ihr im Vorfeld schon mögliche Outfits zusammenstellt, so erspart Ihr Euch den Stress, wenn Ihr vor Ort seid. Auch Packtaschen sind sehr praktisch, denn wer will schon in 10 Unterhosen rumwühlen, wenn er eigentlich nach Socken sucht?! Meine Checkliste, die ich übrigens immer mache, wurde schnell kürzer. Ertappt Ihr Euch gerade selber, dass Ihr auch Listen macht? Ich kann nur sagen-Daumen hoch. Mein Freund meint immer, dass dies total überflüssig ist, doch wer schreit im Urlaub denn als Erstes, wenn dann etwas fehlt. Natürlich die Männerwelt. Also Mädels, lasst Euch nicht davon abbringen, alles geordnet abzuhaken.

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Mit 8 kg bepackt, ging es dann zum Flughafen. Es war das erste Mal, dass ich geflogen bin, ohne meinen Personalausweis zeigen zu müssen. Seit wann reicht denn die Bordkarte alleine? Dann kann ich ja demnächst auch als „Barabara Paschulski“ einchecken. Mein Kopf ratterte, denn wer rettet mich denn dann, wenn ein Flugzeugentführer auch einfach so durch die Kontrolle kommt und dabei einen falschen Namen nutzt?! Mein Freund konnte mich zum Glück beruhigen, aber im Hinterkopf klingelten immer wieder die Alarmglocken und mögliche Täter wurden von mir in der Abflughalle gescannt und analysiert. Ja das ist tatsächlich etwas bescheuert, aber warum nicht auch mal ein bisschen Detektiv spielen, wenn es die richtigen Sicherheitsleute schon nicht hinbekommen. Der Flieger war sehr klein und eng, aber dafür sehr voll. Prag als attraktives Reiseziel hat sich vermutlich schon rumgesprochen. Der Flug verlief dann aber doch sehr ruhig und es war kein Bösewicht in Sicht, sodass auch ich mal durchatmen konnte.
Das S-Bahn System in Prag ist ziemlich einfach zu durchschauen, weniger gut war meine Aussprache der lustigen Haltestellennamen. „Kahrlowoo Nämestih“ (in Wirklichkeit heißt die Haltestelle Karlovo námestí), konnte die Bahnangestellte nach mehrmaligem Wiederholen dann wohl doch erraten und zeigte uns mit einem schroffen Ton am Leib die richtige Bahn. Schnell kamen wir in unserem Hotel Mamaison Hotel Riverside Prague an. Der Empfang war toll, das Zimmer schon in die Jahre gekommen, aber sehr sauber.
Der Ausgangspunkt war perfekt, um die Stadt unsicher zu machen.

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Wir starteten unsere Tour auf einen wunderschönen Bauern Markt auf der anderen Seite der Moldau. Die Gerüche der verschiedenen leckeren Essen ist mir genauso im Gedächtnis geblieben, wie der leckere Wein, den es für 2 Euro/Glas zu erstehen gab. Solltet Ihr Prag besuchen, dann lasst diesen Markt auf keinen Fall aus. Mit der Bahn (3/7, oder 17), sowie der gelben Metro (B) müsst Ihr nur bis „Palackeho Namest“ fahren und dann runter zum Markt gehen.

 

 

 

 

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Auf dem Plan stand dann als Nächstes die wohl allen bekannte Karlsbrücke (Karlův most). Ja ich sag mal so, muss man mal gesehen haben, ist aber für Kulturbanausen sicherlich kein riesiges Highlight. Die Brücke ist schön zum drüber gehen, wenn man nicht alle 5 Sekunden von massig Touristen ausgebremst wird, die einfach stehen bleiben und Fotos machen, oder sich von einem Straßenmaler zeichnen lassen. Es lohnt sich aber vor allem am Ende der Karlsbrücke ein bisschen weiter zu gehen. Der Weg zur Prager Burg ist für „Fußfitte“ ein absolutes Muss.

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Die Prager Burg liegt auf einem Berg (Hradschin), was bedeutet, dass man sich am besten eine Flasche Wasser einpackt. An alle Männer da draußen, stellt Euch drauf ein, dass Eure Liebste den Ein-oder Anderen Schnaufer hinlegen wird.
Ich habe des Öfteren mal angehalten, weil ich ja unbedingt Fotos machen, oder die Aussicht genießen wollte. Ja ich weiß, das sind alles Ausreden, aber wofür bin ich denn eine Frau, wenn ich mein rhetorisches Werkzeug und Geschick nicht einsetzen darf? Nach diversen Diskussionen mit mir selber, einem kurzen Halt bei Starbucks mit meinem Lieblingsgetränk dem „Cool Lime Refresher“ (nein ich mache hier keine Schleichwerbung, aber der schmeckt einfach auch gut), kamen wir endlich oben an. Der Ausblick ist wundervoll und hat mir richtig gut gefallen. Der Abstieg war noch besser, denn meine Beine flogen wie die kleinen Spielkugeln im Kinderparadies locker flockig nach vorne. Unten angekommen, gab es frisches Obst zu kaufen und einen Straßenmusiker, der die Touristen schön bespaßte. Nach einem schönen Gang durch die Altstadt, überkam mich dann ein Mordshunger.

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Essen gehen in Prag ist ein absolutes Highlight für Liebhaber von deftigem Essen. Leute, vergesst Eure Diätvorhaben und genießt einfach nur. Ganz besonders toll war das Essen im „U Kroka“ . Eins sag ich Euch, Euer Geldbeutel wird genauso vor Freude weinen wie Ihr, wenn Ihr das leckere Essen probiert und einen kühlen Schluck Bier runter spült. Mein Geldbeutel war besonders happy, denn mein Essen kostete gerade mal 10 Euro inklusive Vorspeise, einem leckeren großen Bier und einem Teller mit Gemüse und Kartoffelgratin. Nach dem Essen war der Besuch des Schlafgemachs im Hotel unabdingbar, denn ein Tag in Prag ist auch anstrengend.

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Am nächsten Tag fühlte ich mich wie die Spielfiguren in dem Spiel „das verrückte Labyrinth“. Ich wollte unbedingt mit der Zahnradbahn hoch zum Petrin, denn von dort soll man eine noch bessere Aussicht haben, als von der Prager Burg. Doch wie finden, wenn das mobile Internetvolumen aufgebraucht ist und man keine Lust hat, es erneut aufzuladen?! Nach zahlreichen „Verlaufern“ und mit Hand und Fuß Kommunikationen, gelang es uns dann doch die Bahn zu finden. Ich dachte erst, dass dort eine Demo stattfindet, doch die massig vielen Menschen standen einfach nur an und wollten unbedingt mit der tollen historischen Bahn hoch fahren. Ich sah den Ausflug schon den Bach runter gehen, doch mein Freund hatte die Bombenidee. Warum nicht einfach laufen? Laufen? Es klingelte in meinen Ohren. Wer will denn Laufen, wenn er Bahn fahren kann? Na gut, im Hinblick auf das leckere Essen vom Vortag macht eine kleine Sporteinheit vermutlich doch Sinn. Voller Motivation ging es dann auf dem Weg den Berg hoch und ratet mal, was ich zwischendurch immer gemacht habe. Ich habe natürlich die tolle Aussicht genossen. Der Ausblick von ganz oben war wirklich toll. Auch die angelegten Rosengärten waren wunderschön und ein Zauberer lies einem kurzerhand jegliche Alltagsgedanken verfliegen. Das verrückte Labyrinth bekam ich dann tatsächlich auch noch zu sehen, denn der Besuch im „Mirror Labyrinth“ für knapp 2 Euro war sehr unterhaltsam. Das Gebäude ist einem kleinen Schloss nachempfunden und drinnen muss man sich durch ein Spiegellabyrinth kämpfen. Ich fühlte mich direkt wie ein kleines Kind und war total euphorisch, endlich im Ziel anzukommen. Nach dem Labyrinth ging es wieder nach unten und dieses Mal sogar mit der Zahnradbahn. Ein super Erlebnis.

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Was mir in Prag auch besonders gefallen hat, ist das Nachtleben. Am Abend hatten wir Lust etwas zu unternehmen und starteten am Moldauufer, wo ein super DJ lockere Housmusik auflegte. Kühle Getränke gab es dann an der Open Air Bar. Die Leute waren alle ganz locker. Einige saßen kiffend in der Ecke, andere unterhielten sich angeregt. Sogar Eltern mit Kleinkindern machten es sich am Flussufer bequem und genossen die laue Sommerluft und die Beats. Weiter ging es dann an der Moldau entlang wieder in Richtung Karlsbrücke. Eine Bar wurde uns von Tripadvisor schwer ans Herz gelegt und diese wollten wir doch dann auch testen. Die Hemmingway Bar in der Nähe der Haltestelle „Karlovy lázně“ ist absolut empfehlenswert. Als wir dort ankamen, wollten wir erst gar nicht rein gehen. Die Kellner waren alle sehr gut angezogen mit Hosenträgen und weißen Hemden und die Bar sah so schick aus, als wären Getränke dort für normale Touristen unbezahlbar. Doch ein Blick auf die Karte überzeugte uns vom Gegenteil. Ich muss sagen, dass ich dort den besten Cocktail überhaupt getrunken habe. Der Cocktail kostete um die 5 Euro und die Cocktailkarte gibt so einiges her. Lasst diese Bar auf keinen Fall aus bei einem Pragbesuch.

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Am nächsten Tag mussten wir schon wieder nach Hause, doch bevor wir den Heimweg antreten mussten, wollten wir unbedingt noch eine Tretboot Fahrt auf der Moldau machen. Dies war wohl der entspannteste Ausflug bei unserem Pragwochenende. Man soll aber nicht meinen, dass dies langweilig ist. Der Ausblick ist wunderschön und beim Paddeln kommt man zeitweise richtig ins Schwitzen, vorausgesetzt man möchte so ein Tempo an den Tag legen, wie wir es getan haben. Von weitem sah ich dann etwas auf der Wasseroberfläche schwimmen. Beim manövrieren des Bootes zum eben Erkannten, stellte sich schnell raus, dass es sich um eine aufgequollene Ratte handelte, die wohl ihr Ende in der Moldau fand. Schade drum. Ein schnelles Ende fand dann auch unsere Bootsfahrt, als ein riesiges Gewitter aufzog und die Blitze sich über der Karlsbrücke ausließen. Im Regen rannten wir dann zu einem Café in dem wir ebenfalls lecker gegessen haben. Das Bella Vida Cafe ist auch direkt an der Moldau und uneingeschränkt empfehlenswert. Vor allem die frische Ingwerlimonade und auch der Kuchen sind das absolute Highlight.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Prag einen Besuch wert ist, vor allem auch auf Grund des guten Preis-Leistungsverhältnisses.

 

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